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Professionelle Einsamkeit

Aktualisiert: 13. Juli

Professionelle Einsamkeit beschreibt die Umstände eines Berufes oder einer beruflichen Position, bei denen es einer extra Anstrengung bedarf in Austausch mit Gleichgesinnten über die eigene Arbeit zu kommen. Vielfach betroffen sind Berufsgruppen, wie z.B. Therapeuten/Coaches, Soloselbständige, Alleinunternehmer, hohe Führungspositionen und Projektmanager.

Projektmanager verfügen oft nicht über einen Vertrauten im Team. Projekterfahrene Manager ficht das nicht mehr an, aber ungewöhnliche Herausforderungen oder die Nachwuchsförderung erfordern einen vertraulichen Austausch auf Augenhöhe. Ist der nicht vorhanden, hilft ein projekterfahrener Mentor, der zeitweise mitläuft und Vor-und Nachgespräche mit fundierten Feedbacks führt.

Hohe Führungspositionen verfügen i.d.R. über viele Kontakte (Mitarbeiter, Vorgesetzte, Kollegen), die aber gerade in größeren Unternehmen und Konzernen tendenziell ihren eigenen Vorteil suchen und eher nur vordergründig kollegial agieren. Eine volle Entfaltung der Fähigkeiten kann so oftmals nur durch einen persönlichen Coach als Gesprächspartner erreicht werden. Eine Person die außerhalb des Systems steht, verschwiegen ist und - bei aller Offenheit - loyal. Ein professioneller Freund auf Zeit.




Alleinunternehmer, zumal Eigentümer, stehen oft auch heute noch stark hierarchischen Strukturen vor. Einer Person fallen alle wichtigen Entscheidungen zu, die aufgrund der Komplexität heutiger Prozesse und Wertschöpfungsketten, eigentlich viele gute unterschiedliche Kompetenzen brauchen, um entschieden zu werden. In solchen Systemen sind endscheidend Organisationsberater gefragt. Berater, die geschult und erfahren sind einen kulturellen Wandel anzuregen. Dabei geht es gleichermaßen um ein persönliches Chef-Coaching, diverse Team-Coachings, ein Change-Konzepte, eine Veränderungsbegleitung und eine Evaluation.

Soloselbständige sind gefährdet unter Professioneller Einsamkeit zu leiden. Selbst wenn es sich nicht um eine einsame Arbeit am Computer handelt, schützt ein reger Kundenkontakt nicht davor mit den inhaltlichen und organisatorischen Entscheidungen alleine zu sein. Aus Erfahrung eignet sich für diese ein Austausch in einer Gruppe Gleichgesinnter. Eine Art Peergroup möglichst artverwandter Tätigkeitsbereiche, begleitet durch einen in Fragen der Selbständigkeit erfahrenen Berater.

Für Psychotherapeuten und Coaches ist eine Supervision leider nicht vorgeschrieben. Genau das ist aber zur Sicherung der Qualität der eigenen Arbeit unerlässlich. Niemand kann sich selbst über Jahre hinweg ausreichend selbst beobachten und selbst regulieren. Supervisoren sind erfahrener Kollegen mit einer Spezialisierung auf die kollegiale Beratung.

Ein weiteres Instrument ist die Intervision, ein moderierter Austausch unter Kollegen über die Arbeit und das Selbständig sein.

Ob und ggf. wie Sie ihre Professionelle Einsamkeit wahrnehmen, organisieren Sie rechtzeitig eine passende Unterstützung.

Andreas Karisch

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