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Ein Essay vom älter werden

Aktualisiert: 13. Juli

Mit 60 Jahren, und älter, ist bei vielen Menschen noch die Lust und die Kraft vorhanden ein vitales und erfülltes Leben zu führen. Dennoch ist alles anders. In unser Bewusstsein - und viel zu früh auch in unsere Realität - dringt die Erkenntnis langsam schwindender körperlicher und geistiger Fähigkeiten. Dem können wir mit viel persönlicher Erfahrung und den fachärztlichen Fähigkeiten der Mediziner lange gut begegnen, aber nur wenige Antworten haben wir auf die Bewusstseinswerdung der eigenen Endlichkeit.


Alles was wir bisher getan und erreicht haben ist schwer zu halten, zu toppen ist es i.d.R. nicht mehr. Für all das, was wir noch tun und erreichen wollen, haben wir vielleicht EINE Chance, EINEN Anlauf, wenn überhaupt, aber nur in den seltensten Fällen haben wir die Chance auf einen zweiten oder sogar dritten Anlauf. Nicht weil wir bei unseren hohen Lebenserwartungen nicht mehr die Zeit dazu hätten, sondern weil wir vorzeitig realisieren, dass uns alsbald die Puste ausgeht.





Das vielleicht größte Privileg der frühen Lebensjahrzehnte ist die scheinbare Unendlichkeit des eigenen Seins. Sich beruflich zu entwickeln oder zu verändern, sich zu trennen oder neu zu binden, dem liegen immer die Risiken des nicht Gelingens zugrunde, aber immer auch die Chancen jederzeit dem Neuen etwas Neues folgen zu lassen.


Das ist den meisten Älterwerdenden nicht mehr vergönnt. Die Risiken des Misslingens bleiben zwar ähnlich, aber die Chancen auf Wiederholungen schwinden zunehmend. Eine der großen Herausforderungen für die Altersgruppen des letzten Lebensdrittels ist es daher Akzeptanz für die eigene Endlichkeit und die damit verbundene Unerreichbarkeit offener Lebensziele zu finden. Was, wenn Einsamkeit und Ereignislosigkeit zunehmen? Wie umgehen mit Ängsten und Befürchtungen davor? Wo positive Lebenseinstellungen hernehmen, wenn Defizitäres das Leben bestimmt?


Andreas Karisch

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