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Ein Essay über Vertrauen

Aktualisiert: 13. Juli

Vertrauen? Was ist das eigentlich? Vertrauen in jemanden oder etwas zu haben ist ernst gemeint. Es ähnelt eher einem Gefühl, als dass es für die meisten von uns gut und leicht erklärbar wäre. In jedem Fall ist Vertrauen eine Erwartung in die Zukunft, die darauf basiert, das Erfahrungen der Erwartbarkeit von Menschen und Ereignissen in der Vergangenheit, als Erwartungen in die Zukunft fortgeschrieben werden. Dabei geht es um die Verlässlichkeit menschlichen Handelns (er steht zu mir, sie hintergeht mich nicht etc.) und verlässliche Prozesse und Rahmenbedingungen von Politik und Wirtschaft (Gesetze, Behörden, Nahverkehr, Internet, Handel etc.).


In bestimmten Lebenssituationen ist eine Erwartung in die Zukunft unerlässlich. Für Kinder, besonders Kleinkinder, und pflegebedürftige Menschen ist es eine Überlebenstechnik auf die Fürsorge anderer zu vertrauen. Aber auch jeder andere von uns braucht Vertrauen. Wir sind soziale Wesen und abhängig davon, dass alle Mitglieder unserer Gruppe (Familie, Freunde, Abteilung, Projekt etc.) die Interessen der Gruppe waren und sich für den Erhalt jedes Einzelnen und der Gruppe als Ganzes engagieren.


Allerdings darf man Vertrauen nicht mit Sicherheit verwechseln. Niemand kann sicherstellen, welche inneren und äusseren Umstände, persönliche Veränderungen und zufälligen Ereignisse in Zukunft eintreten und das Erwartete unerfüllbar machen. In der Konsequenz bedeutet das zum einen, dass die Erwartungen mit den Beteiligten besprochen, eindeutig geklärt und erfüllbar sein müssen. Zum anderen bedeutet es, dass ich nicht darauf vertraue, dass die Erwartungen eintreten, sondern darauf vertraue, dass die Erwartungen soweit möglich erfüllt werden. Eine Nichterfüllung ist mit zeitnah, achtsam und nachvollziehbar zu erklären.





Vertrauen ist also ein Vorschuss in die Zukunft, welche in ihrer Erfüllbarkeit für den Vertrauensnehmer eine Bürde werden kann. Meine Erfahrung damit zeigt mir, dass das, was in der Zukunft passiert nicht davon beeinflusst wird, ob und welche Erwartungen ich an diese habe. Daher vertraue ich nicht mehr in zukünftige Situationen, oder dem zukünftigen Handeln von Personen. Viel mehr vertraue ich mir, dass ich das, was das morgen für mich bereithält, annehmen kann, gut damit umgehe und zum Nutzen aller Beteiligten und Betroffenen nutze werde.


Für ein erfolgreiches (wirksames) Coaching ist trotzdem eine vertrauensvolle Atmosphäre unerlässlich. Dazu gehören u.a. eine zugesicherte und merkbar gehaltene Vertraulichkeit, ein gegen Mithören gut abgeschlossener Raum, eine begegnungsfreie Zugangsorganisation, eine angenehme Raumakustik und Raumatmosphäre, Verlässlichkeit in Bezug auf Zeit und Raum und ein vollständige, ablenkungsfreie und konzentrierte Zuwendung des Coaches gegenüber den Klienten. Bei einem Online-Coaching verhält es sich analog.


AndreasKarisch

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