Viel Vergnügen beim Lesen ...

Ein Essay über Chaosphasen

Aktualisiert: 13. Juli

Wir alle kennen Phasen im Leben, die chaotisch anmuten. Dabei spielen meist äußere und innere Umstände eine Rolle. Äußere, wie sich verändernde private oder berufliche Rahmenbedingungen. Innere, wie unklare, zwiespältige oder gar gegensätzliche Haltungen und/oder Gefühle. Als chaotisch werden Situationen empfunden, die nur von außen durch andere ausgelöst und entschieden werden können, oder wir mit einem Inneren Wiederspruch, einer Unentschiedenheit, oder Unentschlossenheit konfrontiert sind.


Häufig ist das der Fall, wenn innere oder äußere Entwicklungen stattfinden, auf die ich nicht vorbereitet bin, mit denen ich nicht gerechnet habe. Das können Änderungen im Job sein, wie z.B. sich verändernde Arbeitsinhalte, Arbeitsorte, Zuständigkeiten, Machtverhältnisse o.ä. Das können aber auch Änderungen im privaten Umfeld sein, wie z.B. der Verlust von Freund*innen und Freundschaften, eine neue Liebe, ein Ortswechsel, der Auszug der Kinder, Krankheit o.ä. Gemeinsam ist allen chaotischen Lebenssituationen die Abwesenheit von Klarheit und Handlungsfähigkeit.





Was also tun, wenn ich in einer Chaosphase bin?


Bestimmend für die Beantwortung dieser Frage ist:

- eine Chaosphase endet immer!

- eine Chaosphase endet immer von alleine!

- eine Chaosphase kann nicht willentlich beendet werden!


Daraus ergeben einfache, wenn auch nicht immer einfach zu handhabende Regeln:

- entscheide nichts von Tragweite!

- entscheide nichts, was Zeit benötigt, um entschieden zu werden!

- habe so viel Spaß, wie möglich!


Die Botschaft ist abwarten, bis innere und äußerer Klärungsprozesse zu einer Entscheidung führen, oder neue Aspekte von außen, oder Entscheidungen Dritter klärend auf die Situation einwirken. Ein Beispiel: Sie verlieben sie sich und sind unsicher, ob sie sich auf diese Liebe stürzen sollen, oder ob sie der laufenden Beziehung eine Chance geben, oder ob sie versuchen sollten mit den Beteiligten eine Dreierbeziehung zu besprechen. Warten sie ab, brechen sie nichts übers Knie. Spüren sie in sich hinein. Beobachten sie ihren Partner neu, sprechen sie über die gegenseitigen Erwartungen und die Qualität der Beziehung. Versuchen sie herauszufinden, ob die neue Liebe erwidert wird. Meistens ist es hilfreich die Situation und die innere Zerrissenheit mit Freund*innen oder in einem Coaching zu reflektieren. Geben sie sich auf jeden Fall die Zeit, bis in ihnen eine gute Entscheidung gereift ist, und geben sie allen Beteiligten die Möglichkeit ihrerseits gute Entscheidungen für sich zu treffen.


Eine Klärung ergibt sich dann von selbst. Erliegen sie nicht der Täuschung, dass eine frühzeitige eigene Entscheidung vor den Auswirkungen der Entscheidungen anderer schützt.


Andreas Karisch

3 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen